Overclocking / Undervolting (V1)

Sicherheitshinweise


Erista-Grenzen

Lade-IC (Charger IC)

  • Erista nutzt ein 15-A-PMIC; dieses Limit wird beim Overclocking selten erreicht.
  • Der eigentliche Engpass ist das 18-W-Board-Limit.

CPU-Grenzen

  • Das 18-W-Limit wird bei 1785 MHz ohne UV bzw. bei 2091 MHz mit CPU UV1 erreicht.

GPU-Grenzen

  • Das 18-W-Limit wird bei 921 MHz ohne GPU-UV bei moderaten Speedo-Werten erreicht.

Niedrigere Spannung (Undervolting, UV) senkt Verbrauch, Strom und Wärme und hilft, das Board-Limit einzuhalten.

GPU Scheduling

Einstellung GPU-Auslastung
On ~96,7 %
Off ~99,7 %

Empfehlung: GPU Scheduling On.


Konsole überwachen

  • Status Monitor Overlay zeigt, ob das Lade-IC-Limit überschritten wurde (z. B. -1 W beim Laden).
  • Für aussagekräftige Werte: Akku bei 10–90 % halten.
  • Über 90 % reduziert das Ladegerät die Leistungsabgabe.
  • Leicht negativer Verbrauch (ca. -0,1 W) bei Akku über 90 % ist unkritisch.
  • Deutlich negativer Verbrauch (ca. -0,5 W) ist nicht sicher.
  • Für genaue Messungen mit niedrigerem Akkustand testen.

Speedo und RAM-Typ prüfen

  1. Hekate starten.
  2. Console Info → HW & Fuses öffnen.
  3. DRAM ID, CPU Speedo, GPU Speedo und SoC Speedo notieren.

CPU-/GPU-Speedos liegen etwa bei 1980–2200, SoC-Speedos bei 1899–2050. Höhere Speedo-Werte brauchen weniger Spannung für denselben Takt. Ein CPU-/GPU-Speedo um 2100 gilt als gut.

Speedo-Brackets

  • Speedos sind in Brackets eingeteilt.
  • Der CPU-UV-Modus hängt von der Position im Bracket ab; die resultierende Spannung hängt vom konkreten Speedo ab.
  • Entscheidend ist die resultierende Spannung, nicht der UV-Modus allein: Zwei Konsolen mit gleichem UV-Modus können unterschiedliche CPU-Spannungen haben.

RAM-Typen

Erista nutzt verschiedene RAM-Module. Bessere Typen erreichen höhere Takte, brauchen weniger Spannung und vertragen engere Timings als schlechtere Typen. Nicht nur der Typ zählt, sondern auch das Binning: schlechtere Typen können bessere übertreffen.

  • Samsung MGCH
  • Hynix NLE
  • Micron WT:C

Fast alle Erista-Konsolen haben Samsung MGCH. Hynix NLE und Micron WT:C sind selten, können aber etwas höhere Takte erreichen – vorsichtig testen.


Horizon OC – Einstellungen

CPU Settings

Einstellung Wert / Empfehlung
CPU Boost Clock 2091 MHz (empfohlen); 2295 MHz nur bei gutem Binning, kann instabil sein
CPU Undervolt Mode 1–5 (höchsten stabilen Wert nutzen)
CPU VMIN 800 mV
CPU Max Voltage 1225 mV

GPU Settings

Einstellung Wert / Empfehlung
GPU Undervolt Mode HiOpt Table
GPU VMIN 740–780 mV
GPU Voltage Offset 0
GPU DVFS Offset 0

GPU DVFS: Bei RAM-Overclocking steigt die minimale GPU-Spannung. DVFS passt VMIN automatisch an den RAM-Takt an. Bei Standard-RAM (1600 MHz) ist GPU DVFS nicht aktiv.

RAM Settings

HP Mode deaktiviert RAM Power Down.

Einstellung Wert / Empfehlung
DVB Shift 1–5 (hebt SoC-Spannung für RAM-Stabilität an); meist reicht 2
Read Latency (tRWL) 2133
Write Latency (tRWL) 2133

Höhere Basis-Latenz erlaubt höhere Frequenz bei geringem Latenz-Nachteil. Maximalen Takt mit 2133 Basis-Latenz finden. Latenz erst danach straffen, wenn maximale Frequenz und engste Timings stehen.

  • Latenz straffen lohnt nur, wenn die RAM-Frequenz gleich bleibt.
  • Write Latency lässt sich meist aggressiver straffen als Read Latency.

Samsung MGCH RAM

Einstellung Wert / Empfehlung
RAM Clock 1862–2133+ MHz (stark abhängig vom Binning)
VDD2 1175–1237 mV (1175 mV garantiert sicher; 1237 mV in L4T erlaubt)
Common Timings (4-4-4) 0-1-5-4-6
Super Tight (ST) (4-5-9) 1-2-6-4-6

Bis zu 3 individuelle RAM-Frequenzen konfigurierbar. Mit Overvolting sind höhere Takte möglich.

RAM testen (Reihenfolge)

  1. Mit DVB = 2 und Common-Preset starten.
  2. ST-Timings testen.
  3. Schlägt ST fehl: Timings schrittweise lockern in dieser Reihenfolge: t8 → t1 → t2 → t3 → t6 → t7 → t4 → t5.
  4. Über ST hinaus: gleiches schrittweises Vorgehen.

Feintuning (GPU)

Optional, kann Spannungen weiter senken.

GPU Voltage Offset

  • Die High UV Table ist standardmäßig sehr eng, in manchen Fällen etwas locker.
  • GPU Voltage Offset strafft sie weiter. Mit High UV Werte -5, -10, -15 oder -20 testen.
  • Manche GPUs werden unter 0 instabil.
  • Bei seltenen Speedo-Bracket-Positionen können höhere UV-Offsets funktionieren – vorsichtig testen.

GPU DVFS Offset

  • Zuerst Auto, danach so weit wie möglich senken, sobald die maximale RAM-Frequenz steht.
  • Auto VMIN Offset bei niedriger Frequenz testen (z. B. 420 MHz), sonst dominiert die GPU-Spannung über GPU DVFS.
  • Verbessert die Akkulaufzeit im Handheld bei hohem RAM-OC.
  • Positiver Offset ist möglich, sollte nur bei Problemen genutzt werden.

Feintuning (RAM)

Optional, kann die Leistung verbessern.

Ram Latency (Read/Write Latency, tRWL)

Standardverhalten:

  • Bis einschließlich 1866 MHz: 1866 tRWL
  • Darüber: 2133 tRWL

Du kannst verschieben, ab welcher Frequenz das höhere Latenzprofil gilt, Profile mit - deaktivieren oder alle Custom-Werte entfernen, um zum Standard zurückzukehren.


Takteinstellungen

Erista [HAC-001] – Maximum (Netzbetrieb)

Komponente Takt
CPU 2091 MHz (nur bei gutem Binning), sonst 1785 MHz
GPU 998 MHz (nur mit UV2, Spannung unter 950 mV anstreben); 921 MHz (sicher, mit Undervolt)
RAM 1862–2133+ MHz (stabil, VDD2 innerhalb 1175 mV; stark abhängig vom RAM-Typ)

Sehr gutes Binning kann 2295 MHz CPU erlauben; instabil oder spannungshungrig, nicht empfohlen.

Erista [HAC-001] – Maximum sicher (Akku)

Komponente Takt
CPU 1785 MHz
GPU 460 MHz
RAM 1862–2133+ MHz (stabil, VDD2 innerhalb 1175 mV; stark abhängig vom RAM-Typ)

Module mit 2208 MHz+: im Akkubetrieb höchstens 2188 MHz nutzen. Der SoC verträgt hohe Frequenzen schlecht; der Verbrauch steigt darüber stark an.


Stabilität testen

Für Stabilitätstests siehe die Anleitung Stabilität testen.


Problembehebung

Konsole startet nach HOC-Installation nicht mehr in EMUNAND

  • Atmosphere oder HOC veraltet → aktualisieren.
  • CPU UV zu hoch → senken oder auf 0 setzen.

Konfigurationen werden nicht übernommen

  • Nach Änderungen in Horizon OC Neustart der Konsole.

Takte lassen sich nicht über 1785 / 921 / 1600 setzen

  • KIP wird nicht geladen → prüfen, ob sd:/atmosphere/kips/hoc.kip vorhanden ist.
  • hekate_ipl.ini falsch konfiguriert:
    • Boot-Eintrag muss kip1=atmosphere/kips/* enthalten.
    • Eintrag muss unter pkg3=atmosphere/package3 (oder fss0) stehen.

Einrichtungshilfe

Schritt-für-Schritt-Setup (extern, Englisch): How to get 60 FPS.