Overclocking / Undervolting (V1)
Sicherheitshinweise
Risiko beim Overclocking
Jedes Overclocking geht über die ursprüngliche Auslegung der Hardware hinaus. Das Risiko hängt davon ab, wie weit du taktest und ob du innerhalb der Chip-Grenzen bleibst.
Instabiles RAM-Overclocking
Instabiles RAM-OC kann SYSNAND/EMUNAND und SD-Karten beschädigen, besonders auf SYSNAND. Teste Einstellungen auf EMUNAND und sichere sie, bevor du Horizon OC installierst.
Erista-Grenzen
Lade-IC (Charger IC)
- Erista nutzt ein 15-A-PMIC; dieses Limit wird beim Overclocking selten erreicht.
- Der eigentliche Engpass ist das 18-W-Board-Limit.
CPU-Grenzen
- Das 18-W-Limit wird bei 1785 MHz ohne UV bzw. bei 2091 MHz mit CPU UV1 erreicht.
GPU-Grenzen
- Das 18-W-Limit wird bei 921 MHz ohne GPU-UV bei moderaten Speedo-Werten erreicht.
Niedrigere Spannung (Undervolting, UV) senkt Verbrauch, Strom und Wärme und hilft, das Board-Limit einzuhalten.
GPU Scheduling
Empfehlung: GPU Scheduling On.
GPU Scheduling deaktivieren
Deaktiviertes GPU Scheduling erhöht den Stromverbrauch leicht. Mit Vorsicht nutzen.
Konsole überwachen
- Status Monitor Overlay zeigt, ob das Lade-IC-Limit überschritten wurde (z. B. -1 W beim Laden).
- Für aussagekräftige Werte: Akku bei 10–90 % halten.
- Über 90 % reduziert das Ladegerät die Leistungsabgabe.
- Leicht negativer Verbrauch (ca. -0,1 W) bei Akku über 90 % ist unkritisch.
- Deutlich negativer Verbrauch (ca. -0,5 W) ist nicht sicher.
- Für genaue Messungen mit niedrigerem Akkustand testen.
Speedo und RAM-Typ prüfen
- Hekate starten.
- Console Info → HW & Fuses öffnen.
- DRAM ID, CPU Speedo, GPU Speedo und SoC Speedo notieren.
CPU-/GPU-Speedos liegen etwa bei 1980–2200, SoC-Speedos bei 1899–2050. Höhere Speedo-Werte brauchen weniger Spannung für denselben Takt. Ein CPU-/GPU-Speedo um 2100 gilt als gut.
Speedo-Brackets
- Speedos sind in Brackets eingeteilt.
- Der CPU-UV-Modus hängt von der Position im Bracket ab; die resultierende Spannung hängt vom konkreten Speedo ab.
- Entscheidend ist die resultierende Spannung, nicht der UV-Modus allein: Zwei Konsolen mit gleichem UV-Modus können unterschiedliche CPU-Spannungen haben.
RAM-Typen
Erista nutzt verschiedene RAM-Module. Bessere Typen erreichen höhere Takte, brauchen weniger Spannung und vertragen engere Timings als schlechtere Typen. Nicht nur der Typ zählt, sondern auch das Binning: schlechtere Typen können bessere übertreffen.
- Samsung MGCH
- Hynix NLE
- Micron WT:C
Fast alle Erista-Konsolen haben Samsung MGCH. Hynix NLE und Micron WT:C sind selten, können aber etwas höhere Takte erreichen – vorsichtig testen.
Horizon OC – Einstellungen
CPU Settings
Boost Mode und PMIC
Das Überschreiten des PMIC-Limits im Boost Mode ist unkritisch: Boost läuft nur kurz (typisch unter 30 Sekunden) und belastet die Hardware nicht dauerhaft.
GPU Settings
GPU DVFS: Bei RAM-Overclocking steigt die minimale GPU-Spannung. DVFS passt VMIN automatisch an den RAM-Takt an. Bei Standard-RAM (1600 MHz) ist GPU DVFS nicht aktiv.
GPU-Takt 998 MHz
Für 998 MHz GPU-Takt GPU-Spannung unter 950 mV halten (exakter Wert variiert je nach IDDQ und Temperatur).
RAM Settings
HP Mode deaktiviert RAM Power Down.
HP Mode
HP Mode verbessert die Latenz; manche Module, besonders auf Erista, vertragen ihn nicht.
- Maximalen RAM-Takt und Timings bei deaktiviertem HP Mode finden.
- Anschließend HP Mode aktivieren und erneut testen.
- Stabil → aktiv lassen, sonst deaktiviert lassen.
Höhere Basis-Latenz erlaubt höhere Frequenz bei geringem Latenz-Nachteil. Maximalen Takt mit 2133 Basis-Latenz finden. Latenz erst danach straffen, wenn maximale Frequenz und engste Timings stehen.
- Latenz straffen lohnt nur, wenn die RAM-Frequenz gleich bleibt.
- Write Latency lässt sich meist aggressiver straffen als Read Latency.
Samsung MGCH RAM
Bis zu 3 individuelle RAM-Frequenzen konfigurierbar. Mit Overvolting sind höhere Takte möglich.
RAM-Frequenzen zu nah beieinander
Zwei konfigurierte RAM-Frequenzen innerhalb von 20 MHz können Systemabstürze auslösen (Bug, vermutlich im offiziellen Sysmodule). Frequenzen mindestens 30 MHz voneinander trennen.
RAM testen (Reihenfolge)
- Mit DVB = 2 und Common-Preset starten.
- ST-Timings testen.
- Schlägt ST fehl: Timings schrittweise lockern in dieser Reihenfolge: t8 → t1 → t2 → t3 → t6 → t7 → t4 → t5.
- Über ST hinaus: gleiches schrittweises Vorgehen.
Timings t6 und t7
t6 und t7 sind stark frequenzabhängig und müssen oft angepasst werden.
Prioritäten beim RAM
- Bei Problemen Timings in der genannten Reihenfolge lockern.
- RAM trägt am meisten zur Gesamtleistung bei: maximale Frequenz zuerst.
- Super Tight liefert bessere Leistung als Common Timings.
Feintuning (GPU)
Optional, kann Spannungen weiter senken.
GPU Voltage Offset
- Die High UV Table ist standardmäßig sehr eng, in manchen Fällen etwas locker.
- GPU Voltage Offset strafft sie weiter. Mit High UV Werte -5, -10, -15 oder -20 testen.
- Manche GPUs werden unter 0 instabil.
- Bei seltenen Speedo-Bracket-Positionen können höhere UV-Offsets funktionieren – vorsichtig testen.
GPU DVFS Offset
- Zuerst Auto, danach so weit wie möglich senken, sobald die maximale RAM-Frequenz steht.
- Auto VMIN Offset bei niedriger Frequenz testen (z. B. 420 MHz), sonst dominiert die GPU-Spannung über GPU DVFS.
- Verbessert die Akkulaufzeit im Handheld bei hohem RAM-OC.
- Positiver Offset ist möglich, sollte nur bei Problemen genutzt werden.
Feintuning (RAM)
Optional, kann die Leistung verbessern.
Ram Latency (Read/Write Latency, tRWL)
Standardverhalten:
- Bis einschließlich 1866 MHz: 1866 tRWL
- Darüber: 2133 tRWL
Du kannst verschieben, ab welcher Frequenz das höhere Latenzprofil gilt, Profile mit - deaktivieren oder alle Custom-Werte entfernen, um zum Standard zurückzukehren.
Read und Write getrennt
Lese- und Schreiblatenz sind immer getrennt und unabhängig einstellbar.
Performance-Hinweise
- 1866 tRWL kann etwas schneller sein als 2133 max, nur wenn das RAM die Frequenz ohne Reduktion hält.
- Gleiches gilt für 1600- und 1333-tRWL-Profile.
- 1333 tRWL ist im Handheld oft nützlich, skaliert aber meist nur bis ca. 2133–2400 MHz (stark abhängig vom RAM-Silizium).
- Write Latency lässt sich meist aggressiver (niedriger) setzen als Read Latency.
Takteinstellungen
Erista [HAC-001] – Maximum (Netzbetrieb)
Sehr gutes Binning kann 2295 MHz CPU erlauben; instabil oder spannungshungrig, nicht empfohlen.
Erista [HAC-001] – Maximum sicher (Akku)
Module mit 2208 MHz+: im Akkubetrieb höchstens 2188 MHz nutzen. Der SoC verträgt hohe Frequenzen schlecht; der Verbrauch steigt darüber stark an.
Akku-Verbrauch
Dauerhaft über 8,6 W im Akkubetrieb kann den Akku schädigen. Vermeide das über längere Zeit.
Stabilität testen
Für Stabilitätstests siehe die Anleitung Stabilität testen.
Problembehebung
Konsole startet nach HOC-Installation nicht mehr in EMUNAND
- Atmosphere oder HOC veraltet → aktualisieren.
- CPU UV zu hoch → senken oder auf 0 setzen.
Konfigurationen werden nicht übernommen
- Nach Änderungen in Horizon OC Neustart der Konsole.
Takte lassen sich nicht über 1785 / 921 / 1600 setzen
- KIP wird nicht geladen → prüfen, ob
sd:/atmosphere/kips/hoc.kipvorhanden ist. - hekate_ipl.ini falsch konfiguriert:
- Boot-Eintrag muss
kip1=atmosphere/kips/*enthalten. - Eintrag muss unter
pkg3=atmosphere/package3(oderfss0) stehen.
- Boot-Eintrag muss
Einrichtungshilfe
Schritt-für-Schritt-Setup (extern, Englisch): How to get 60 FPS.