Overclocking / Undervolting (V2,Lite,OLED)
Haftungsausschluss
Falsches bzw. zu starkes Übertakten kann zu irreparablen Schäden an der Hardware führen. Wir übernehmen hierfür keine Haftung. Außerdem wird davon abgeraten, im Handheldbetrieb die Konsole über 8,6 W (V2/OLED) bzw. 6,5 W (Lite) zu betreiben, da der Akku sonst beschädigt werden kann.
Grundvoraussetzungen
- OmniNX OC Pack installiert
- Folgende Tools mittels Package Manager in Ultrahand aktiviert:
- Overlays
- Horizon OC Monitor
- Horizon OC
- FPSLocker (optional)
- ReverseNX-RT (optional)
- Sysmodules
- SaltyNX
- Overlays
Empfehlung
Stelle Ultrahand auf Englisch um: Die Menüs sind übersichtlicher und die Fehlersuche leichter. Dokumentiere jeden Schritt mit Notizen, damit du Änderungen später nachvollziehen kannst.
Die Tools
Installation & Vorbereitung
In der Regel ist die CFW nach Installation des OmniNX OC Pack bereits overclocking-ready. Wichtig:
- Unter
sd:/atmosphere/kips/muss die Dateihoc.kipliegen. - In der
hekate.iplmuss eine entsprechende Referenzierung vorhanden sein.
Öffne Horizon OC (nachfolgend: HOC) und stelle unter Safety Settings sicher, dass Uncapped Clocks und Thermal Throttle auf ON stehen.
Unter CPU Settings muss CPU High UV mindestens auf 1 stehen (Voraussetzung für uncapped OC).
Unter Temporary Overrides die maximalen Werte für CPU/GPU/RAM prüfen und mit den Tabellen unten vergleichen.
Neustart nach HOC-Änderungen
Wurden Einstellungen in Horizon OC geändert, ist ein Neustart der Konsole zwingend nötig. Ohne Neustart werden die Werte nicht übernommen.
Referenzwerte (Dock)
Referenzwerte (Handheld)
In der Regel sollten Werte wie 2397 / 1267 / 1996 MHz oder ähnlich sichtbar sein, mindestens höher als der Nintendo-Standard. Der RAM-Takt entspricht dem in den HOC-Settings unter Ram Max Clock gesetzten Wert.
Horizon OC – Begrifflichkeiten
Safety Settings
RAM Settings
CPU Settings
GPU Settings
Arbeitsspeicher (RAM)
Nintendo verbaut unterschiedliche Speichermodule (Samsung, Toshiba, Hynix usw.). Vor dem RAM-OC musst du wissen, welches Modul in deiner Konsole steckt, da jedes Modul anders übertaktbar ist.
Die Info findest du in Hekate oder unter Ultrahand → Systeminfo (z. B. Vendor: Samsung, Modell: K4UBE3D4AA-MGCL).
In der OC-Szene werden RAM-Module per Tier Level eingestuft: Je höher der Tier, desto übertaktfreudiger das Modul.
RAM-Info nach Umbau
Es wird immer die ID des ab Werk verbauten RAMs angezeigt. Nach einem 8-GB-Upgrade oder RAM-Tausch bei einer Reparatur ist die Anzeige oft falsch. Dann die Person fragen, die den RAM verbaut hat.
Richtwerte vom HOC-Entwickler
Reihenfolge beim RAM-Tuning
Ermittle zuerst die maximale RAM-Frequenz, bevor du Timings anpasst. t7 und t6 sind stark frequenzabhängig und müssen bei hohen Takten oft gelockert werden.
2533 MHz sind bekannt dafür, durch Timing-Änderungen Probleme zu verursachen. Teste vorsichtig. JEDEC-Frequenzen (RAM Settings → Step Mode) können je nach Chip mehr Leistung, engere Timings oder bessere Stabilität bringen, variieren aber stark.
Moderates RAM-Overclocking
Setze Ram Max Clock auf 2200 MHz. Dieser Wert funktioniert erfahrungsgemäß auf den meisten Konsolen. Common Timings sowie VDD2 und VDDQ aus der Tabelle übernehmen.
Startest du über 2200 MHz, beginne mit DVB-Shift 10 und reduziere auf 2–6, sobald die maximale RAM-Geschwindigkeit steht. Höherer DVB-Shift erhöht den Stromverbrauch kaum, aber leicht die Wärmeentwicklung.
Nach dem Setzen der Werte: Konsole neustarten. Danach in Temporary Overrides den gewünschten RAM-Takt aktivieren.
Absturz oder Freeze
Friert die Konsole ein oder beendet mit Fehler: Ram Max Clock zu hoch oder Timings zu straff – Werte anpassen und erneut testen. Bei eingefrorener Konsole Power gedrückt halten, bis sie ausgeht, dann wieder einschalten. Ein kurzes Knacken aus den Lautsprechern ist normal.
Stabilität testen
Passe Werte schrittweise an, bis Startbildschirm und Spiele stabil laufen. Wenige Benchmarks (z. B. Ultracam, Furmark-NX) reichen nicht – teste mit anspruchsvollen Spielen, z. B.:
- Zelda – Tears of the Kingdom
- Batman Arkham Knight
- Tomb Raider: Definitive Edition
- Metro 2033 / Last Light
- The Witcher 3: Wild Hunt
- Hogwarts Legacy
- DVB-Shift von 10 schrittweise auf 2–6 reduzieren (je niedriger, desto besser).
- Passende Super Tight (ST) Timings testen.
- Schlägt ST fehl: DVB-Shift wieder erhöhen und/oder Timings lockern in dieser Reihenfolge: t8 → t1 → t2 → t3 → t6 → t7 → t4 → t5
Prioritäten beim RAM
- Bei Problemen zuerst t7 und t6 lockern (stark frequenzabhängig).
- RAM trägt am meisten zur Gesamtleistung bei: maximale Frequenz zuerst.
- Selten scheitern Module selbst bei Common Timings; dann auch diese lockern.
- Höherer Clock ist oft relevanter als extrem niedrige Timings, wenn z. B. 2800 MHz nur mit Common Timings stabil laufen.
HP Mode
HP Mode verbessert die Latenz und damit 1 %-Low-Werte sowie weniger Ruckler. Manche RAM-Module vertragen ihn nicht.
- Maximalen Takt und Timings bei deaktiviertem HP Mode finden.
- Anschließend HP Mode aktivieren und erneut testen.
- Stabil → aktiv lassen, sonst deaktiviert lassen.
CPU & GPU
CPU-Takt spielt unter Atmosphere bei den meisten Apps und Spielen eine untergeordnete Rolle; Fokus liegt auf RAM-Durchsatz und GPU. Extremes OC lohnt selten, Stabilität hat Priorität.
Undervolting (UV) ist nötig für Stabilität und begrenzten Strombedarf. Im Handheld weiterhin max. 8,6 W (V2/OLED) bzw. 6,5 W (Lite) einhalten. Gelegentliche Spitzen sind unkritisch, dauerhaft höhere Werte vermeiden.
Ein Speedo-Wert (Ultrahand → + → System) über 1600 bei Mariko-Chips (V2, Lite, OLED) ist ein gutes Zeichen für erfolgreiches OC.
CPU – empfohlene Startwerte
Overwrite Boost Mode auf On, sonst greift der Boost-Wert nicht.
Nach stabilem Neustart CPU Low UV und CPU High UV setzen: mit 4 beginnen und so hoch wie möglich steigern. Manche Konsolen starten schon bei CPU Low UV = 1 nicht mehr; CPU High VMIN ist oft wichtiger.
CPU UV Tbreak meist auf Standard 1683 MHz Tbreak lassen. Hilft CPU High UV = 1 nicht, 1581 MHz Tbreak testen.
GPU – empfohlene Startwerte
Bei der GPU auf Artefakte neben Abstürzen achten; sie treten oft erst nach einigen Minuten im Spiel auf.
Frequenzen über 1305 MHz GPU-Takt nur mit extremer Vorsicht; hier droht am ehesten Hardwareschaden. Relevant ist vor allem die GPU Voltage Table (Frequenzen ab 1267 MHz aktivieren).
Monitoring
Horizon OC Monitor (erweiterte Version von Status Monitor) zeigt Frequenzen, Stromverbrauch, Auflösung, FPS und Temperaturen.
Bei den Layouts Mini und Micro sind nicht alle Elemente voraktiviert. Einstellungen erreichst du mit Y:
- Elements: Was angezeigt wird
- Toggles: Detailwerte pro Element
Echte Temperaturen
Aktiviere den Toggle Real Temperatures, damit CPU, GPU und RAM echte Werte zeigen. TMP ist nur ein berechneter Wert und meist niedriger, daher eher deaktivieren.
Maximale Bildqualität
Wenn die nötige Leistung aus der Konsole geholt ist, kannst du mit dem ReverseNX-RT-Overlay mehr Grafikqualität und Auflösung aus den Spielen holen (ohne Mods). Stellst du ein Spiel auf „Fake Docked“ (entspricht dem normalen Dockmodus), bekommst du z. B. mehr Auflösung, Tiefenschärfe und Details in der Ferne auch im Handheldbetrieb angezeigt. Die Auflösung wird dann von max. 1080p auf die tatsächliche Auflösung des Switch-Bildschirms runterskaliert. Dieser Prozess bringt dir aber am Ende ein schärferes Bild.
Nicht global
Die Einstellung ist nicht global wie bei HOC-Profilen: Für jedes Spiel muss ReverseNX-RT einzeln gesetzt und gespeichert werden.
Reihenfolge
Zuerst das Spiel starten, danach das Overlay einstellen. Sonst sind keine Einstellungen möglich.
Bildwiederholrate / FPS
Für viele wichtiger als reine Auflösung ist eine stabile, hohe Bildwiederholungsrate (FPS). Dafür sorgt der FPSLocker.
30-FPS-Limit vieler Spiele
Viele Spiele (z. B. Zelda – Breath of the Wild) unterstützen ab Werk keine Werte über 30 FPS. Wer höhere FPS ohne passenden Patch einstellt, erlebt dass Figuren und die Welt deutlich schneller laufen.
Um über 30 FPS das richtige Spielgefühl zu bekommen, bietet der FPSLocker unter „Advanced settings“ die nötigen Tools. Dort findest du in der Regel:
- Check/download config file
- Convert config to patch file
Konverter ausführen, Spiel neustarten, dann die Bildrate schrittweise bis z. B. 60 FPS erhöhen.
Für höhere Frameraten brauchst du mehr Leistung; die Switch stößt schnell an Grenzen. Tears of the Kingdom kann bei 60 FPS laufen, Batman: Arkham Knight vielleicht nur bei ~35 FPS, besonders bei Third-Party-Titeln.
Problembehebung
Maximale Taktfrequenz zu niedrig
Solltest du z. B. den GPU-Takt trotz Uncapped Clocks nicht über 998/1075 MHz betreiben können, sind zwei Ursachen wahrscheinlich:
- Zu hoher Gesamtverbrauch: Schutzmechanismen in HOC (Safety Settings) drosseln den Takt. Mit Undervolting von CPU und RAM entgegenwirken und Handheld-TDP beachten.
- CPU High UV vergessen: Unter CPU Settings muss CPU High UV mindestens auf 1 stehen. Danach Neustart.
Boot-Probleme
Startet die Konsole nicht mehr in die CFW: Prüfe sd:/atmosphere/kips/hoc.kip und die Einträge in hekate.ipl. Im Notfall hoc.kip entfernen oder aus einem Backup wiederherstellen.
Hänger
Reagiert die Konsole nicht mehr: Power-Taste lange drücken zum Neustart.




